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Was macht ein Schriftsteller?

Schriftsteller leben in einer Welt der Phantasie. Nichts von dem wenigen, was sie tun, bewegt sie, sondern was sie tun könnten. Ihre Lebensmitte sind Träume, Märchen, Bilder, Vorstellungen. Im Einzelnen kann die Gesellschaft davon durchaus profitieren, wie die Schriftsteller selbst auch – und zwar dann, wenn die Imaginationen einen Kern haben, der für viele andere relevant ist. Des Weiteren dann, wenn man sich die spezifische Energie der Imaginationen zunutze macht. Den jeweiligen Sprung nach „draußen“ müssen indes andere bewerkstelligen.

Schriftsteller selber sind vergleichsweise hilflos. Die Bewältigung ihres Lebens, die Nutzbarmachung ihrer Werke stellt sie vor schier unüberwindbare Hindernisse. Da ist es egal, ob einer Märchen schreibt, Fußballgeschichten schreibt, ob er Romane verfasst oder ein Drama, eine Komödie, ein Kinderbuch, einen Essay oder ein Sachbuch – immer müssen andere aus dem Werk etwas formen, das die Welt erreicht. Am besten ist es, wenn Verlage das übernehmen.

Leider haben sich die Verlage aber ihrer Wirkmacht berauben lassen bzw. selber beraubt. Ihr Handlungsspielraum ist auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Und so kommt der digitalen Selbstvermarktung der Schriftsteller eine immer größere Rolle zu. Da jedoch Dichter und Denker, wie oben ausgeführt, dazu selber nicht oder kaum in der Lage sind, sitzen nunmehr die Spezialisten der digitalen Welt am entscheidenden Hebel, um E-Books an den Mann zu bringen und die Dichter und Denker in die Welt zu tragen.

Der Vorteil ist, dass die Wege elektronisch denkbar kurz werden. Romane zum Selberlesen und Vorlesen, Romane für Kinder und Erwachsene, Geschichten über Zwerge und die Fußball-Europameisterschaft, Novellen über Missbrauch und Vertrauen, über Lügen und Verrat, über Liebe und Hass sind allesamt leichter vermittelbar, wenn sie als E-Books und mittels geeigneter Suchwörter herausragen aus der Masse der Konkurrenten.
Philosophie und Literatur können dadurch wieder zum Zentrum der Gesellschaft werden. Niemand benötigt dazu noch Bücherschränke oder Buchläden, niemand muss mehr sein Kurzzeit- in ein Langzeitgedächtnis überführen. Alle kennen alles kostengünstig sofort oder gleich – und finden es rasch wieder. Zugleich wird die Freiheit des Einzelnen, sich jenseits von Marketingstrategien in das Buch seiner Wahl zu vertiefen, ganz erheblich gesteigert.

Warum Bücher kaufen?

Und deshalb, liebe Leute: Kauft Bücher, lest Romane, Novellen, Dramen, Lustspiele, Kinderbücher, Geschichten zur EM, Märchen und gelegentlich auch ein Sachbuch – und vergesst das E-Book nicht, das euch freier macht in der Zuspitzung eurer Vorlieben. Die Schriftsteller werden es euch danken…