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Kategorie: Allgemein

Weiter denken – 20. Januar 2021

Der große Irrtum der Evolutionstheorie liegt in der angeblichen Entstehung und Entwicklung der lebenden Formen und Inhalte durch Zufall. Weitaus schlüssiger ist stattdessen, dass sie infolge von Wahrnehmungen entstehen und sich entwickeln und mal zu besseren, mal schlechteren Ideen führen, über die dann tatsächlich selektiv entschieden wird: gute Ideen bewähren und halten sich länger, schlechte haben kaum Bestand. Und wer hat die Ideen? Keine göttliche Allmacht, sondern die lebendigen Wesen selbst: als Individuen, doch auch als kollektiv Wahrnehmende. Es gibt mehr Wahrnehmung, als die dürftige Wissenschaft lehrt. Wir kodieren unsere Gene eigenständig, individuell wie als Gattung.

Weiter denken: 13. Januar 2020

1917 ist das Jahr der letzten Einfädelung einer weltherrschenden Vision: der materialistischen Religion des Diesseits. Sie lebt bis heute, wird wieder und wieder bemüht, inzwischen grellgrün eingefärbt – und aufgesaugt von den verschiedensten Strömungen, allerdings immer auf dasselbe hinauslaufend: Ansprüche formulierend, die allesamt in die totale, anonyme Macht des Kleinbürgertums münden. Die darauf aufbauende Herrschaft seelenloser Funktionäre ist auch schon das herausragende Anliegen der kommunistischen Ursprünge gewesen, als Reflex auf den industrialisierenden Umbruch und die Entwertung des Bauernstandes fünfzig Jahre zuvor. Und zur Unterstützung jener kalten Religion des Diesseits dienten und dienen die Lehren Darwins, Freuds und manch anderer Autoren bis heute.

Mittlerweile ist die in den aktuellen Vorbereitungen auf den Großen Reset wieder aufscheinende Vision längst kein Reflex auf einen Umbruch mehr, sondern nurmehr die Bestätigung von gesellschaftlichen Verschiebungen. Den umso virulenteren, uns alle in der Lebenstiefe und Daseinsbreite bedrohenden Spuk zu beenden, statt ihn zu erleiden, fehlt es an metaphysischer Unterstützung, in Gestalt einer vollbewussten, diesseitigen Erkenntnis des Jenseits und jenseitigen Erhellung des Diesseits. Denn allein dort, in einer neuerlichen Vertiefung der geistig-seelischen Grundtatbestände alles Menschlichen, ist die Rettung vor den extrem zerstörerischen, materialistischen Kräften zu finden, die gerade wieder in Anwendung gebracht werden.

Das Paradoxe daran ist: Wer diesen flagranten Kommunismus beenden will, muss erst den Kapitalismus transzendieren. Zu diesem Zweck sollte man den materialistischen Impuls beider besser nicht ächten, sondern nutzen. Schließlich ist der Mensch kein reines Geist- und Seelenwesen. Hier ein bisschen Kapitalismus, dort ein wenig Kommunismus schaden nicht und sind, in Maßen angewandt, durchaus praktikabel und gesund…

Weiter denken: 7. Januar 2020

Der erstarrte aufklärerische Glaube der Gegenwart an wissenschaftliche Allmacht erzeugt den Kontrapunkt der Großen Transformation, geknüpft an den Willen, jegliche Alternative auszulöschen. Ähnlich der Inquisition, die einst dem erstarrten Glauben an die Allmacht Gottes  zur Seite sprang, erschafft sich dieser neue Totalitarismus in seinem Glaubenseifer jede Menge Scheiterhaufen, ruft aber zugleich neue Sinnstifter auf den Plan, die dem inquisitorischen Spuk irgendwann ein Ende machen werden.

Jahreswechsel 2020/21

Ein neues Zeitalter kündigt sich an. Manche deuten die vorauseilenden Zeichen als eine Art himmlisches Gebot, Reue zu fühlen und Buße zu tun ob dem, was sie für sündhaft konsumierendes Treiben in Freiheit und Wohlstand halten – weshalb sie vermeinen, dass eine große Transformation in Gang zu setzen sei, an deren Ende jener große, streng sich bescheidende, sündenfreie Neustart unserer gesamten Lebensumstände zu stehen habe, der nur die ausnimmt, die am Gelingen der Transformation mitwirken. Einmal in Gang gesetzt, herrsche alsobald, tönt es wie von silbernen Glöckchen begleitet, globale Gerechtigkeit, umfassende Gesundheit, weltumspannender Frieden sowie eine Art ewigen antikapitalistischen Frohsinns.

Die Zeichen der Zeit, die von unserer Kanzlerin und nicht wenigen anderen solcherart sektenhaft fehlgedeutet werden, sagen indessen ganz anderes: dass wir ans vorläufige Ende gekommen sind mit unserer Weisheit (wofür die eingeschränkte Denkungsart der Kanzlerin der beste Beweis ist), dass wir unsere Sinnmitte aufgegeben haben und in 500 Jahren Aufklärung zwar vieles erreichten, aber eben auch in kleinmütiger Rationalität erstarrten, weshalb wir das große Werk der Aufklärung nicht mit neuen Inhalten oder Zielen  fortzusetzen vermögen. Von der göttlichen Sinnmitte, die im Verlauf von 500 Jahren abgetragen wurde, ist  nur noch ein aggressiver moralischer Mix übrig, der jeglicher Weitsicht entbehrt.

Im hier und jetzt beginnenden neuen Zeitalter wird es darauf ankommen, jene transzendentale Tiefensicht wiederzuerlangen, die einst im göttlich zentrierten Weltbild geborgen war. Denn erst aus ihr werden sich neue Ziele und Inhalte speisen. Dazu bedarf es einer grundlegend anderen Geisteshaltung, die weder in moralischer Aggression gründet noch auf Gottesfurcht baut. Es bedarf eines neuen Bewusstseins, das so fulminant neue Richtung weist und Potenziale ausschöpft wie einst der Impuls der Aufklärung, der uns die Materie durchdringen half.

Zu überwinden sind dazu die Gegensätze von Technik und Natur, Fühlen und Denken, Wachsein und Träumen, Zukunft und Vergangenheit, Realität und Kunst, Glauben und Wissen – sowie nicht zuletzt der Gegensatz von Gott und Mensch und der Gegensatz der Geschlechter. All diese Gegensätze sind nicht in Stein gemeißelt, sondern beruhen auf Sichtweisen, die unser Fühlen und Denken begrenzen. In Wahrheit sind sie nah verwandt und setzen enorme Kräfte frei, wenn sie als gleichgerichtet erkannt werden: Technik ist hochspezifizierte Natur, Denken ist hochdynamisches Fühlen, Wachsein ein hochrationales Träumen usw. usf.

Alles hängt mit allem zusammen und kann in eins gesetzt werden, wenn der Mensch jene uralten, früher Göttern oder Gott zugeschriebenen, transzendentalen Wirkmächte in sich entdeckt, wenn endlich der Gegensatz von Gott und Mensch aufgehoben ist. Auf diese Weise frei gesetzt, werden wir mit neuen Energiequellen und neuer Hochtechnologie bspw. nicht nur den Hunger besiegen, sondern auch eine wachsende Weltbevölkerung gut ernähren können und Freiheit und Wohlstand auch dorthin bringen, wo ihr Fehlen bisher der traditionelle Garant jeder Gewaltherrschaft ist. 

Was die Sektenanhänger samt Kanzlerin unterdessen vorantreiben, ist das krasse Gegenteil. Ihnen geht es um technische und wirtschaftliche Reduktion in erheblichem Ausmaß, was am Ende auch das Schrumpfen der Weltbevölkerung bedeuten muss, mit anderen Worten: den Tod oder das Existenzverbot von Abermillionen Menschen. Freiheit und Wohlstand sind für sie nur Chiffren menschlichen Umherirrens in den eingebildeten Abgründen von Kapitalismus und Konsum. Sie werden folglich, wenn wir sie lassen, den Rückfall in finsterste Zeiten von Untergebenheit und elitärer Gewalt einleiten.

Im neuen Jahr werden die Weichen dafür gestellt, wohin die Reise geht. Möge es ein gutes Jahr werden, das vielleicht dürftig beginnt, aber schon den Keim zu einer ganz anderen neuen Zeit in sich trägt, als die Kanzlerin und ihre Sektenanhänger im Sinn haben.

In diesem Sinn: auf ein frohes und fruchtbares 2021!

Weiter denken: 30.12.2020

Wir brauchen dringend eine Rückbesinnung auf göttlich-geistige Universalien, und zwar unter Einbeziehung der in den Menschen selbst verlagerten Wahrheit alles Göttlichen. Er bedarf, anders gesagt, einer transzendentalen Neubestimmung! Wobei wir das Göttliche, Übernatürliche in uns selbst dingfest machen müssen. Der Wildwuchs alles Materiellen, Technischen, der so gern propagiert wird, ohne wirklich stattzufinden, droht sonst geistige Wirklichkeit zu werden. Indem der tiefenreligiöse Impuls der westlichen Welt zu verlöschen beginnt, kann nur ein neuer, visionärer Schritt der bewussten Welterkenntnis und ihrer Zusammenhänge den Weg weisen.

Weihnachten 2020

Und da ist es wieder, das Weihnachtsfest! Im Vergleich mit zurückliegenden Festtagen spürt man noch deutlicher als an anderen Tagen, wie sich die Lebensumstände entscheidend verschoben haben; nicht allein für dieses Mal eben, sondern auf längere Sicht. Denn die einengenden Vorschriften riechen nach frohlockender Willkür, jenseits aller theoretischen Vernunft. Schlimmer noch: sie atmen die Lust, derb hinzulangen, den Einzelnen nicht zu achten, seine Wünsche herabzuwürdigen, ihm die Freiheit zu nehmen, indem man sie unter Verdacht stellt, in großen Zahlen zu schwelgen und im ganz großen Wurf zu baden.

Die wahnhaften und immer angespannter behaupteten Zusammenhänge, die das individuelle Leben unter gesellschaftlichen Vorbehalt stellen sollen, zeichnen ein Bild von menschlicher Gefährdung (Virus) und planetarer Verwüstung (Klima). Sie drohen unverhohlen mit dem Untergang, sie lösen wirkungsvoll Sterbensangst aus und suggerieren uns Rettung, ja Erlösung, sofern wir uns individuell unterordnen und kollektiv einfügen. Daran wirken viele kräftig mit, teils sind sie Verblendete, teils bloß Verängstigte, und verleihen den irrlichternden Zusammenhängen die gewünschte Durchschlagskraft. Viele wissen auch einfach nur um die Nachteile, die entstehen, wenn man dem Leviathan der verordneten Meinung nicht entspricht.

Und doch: seltsam kurzatmig kommt das alles daher, bemerkenswert dünnhäutig und gehetzt wirken die Propheten des Untergangs in Politik und Wissenschaft; sie ahnen wohl, wie leicht man ihnen auf die Schliche kommen kann. Und sie wissen, wie schwach ihre Konstrukte in Wahrheit sind, wieviel Taschenspielertricks sie aufgeboten haben. Eine ganze Epoche ist zudem über Versuchen hingegangen, entlang von Ideologien Unfreiheit zu schaffen, die Menschen sind davon etwas immuner geworden gegen Willkür und Anmaßung. Und so stellen die Propheten des Untergangs so etwas wie das letzte Aufgebot jener ideologischen Krieger dar und sind darum so schwach wie alle, die das Ende einer abgelebten Zeit repräsentieren. Kein Wunder sind sie nervös! Dem Zusammenbruch ihrer abgelebten Ideen beizuwohnen ist eines der interessantesten Motive der kommenden Jahre…

Jenes Abgelebte der alten Zeit und die daraus folgende Neugeburt von Gedanken und Werten lenkt die Gedanken zurück zum Weihnachtsfest! Feiern wir dieses Fest, das unter ähnlicher Himmelskonjunktion steht wie jener begründende Moment, doch in doppelter Rückbesinnung und doppelt froher Vorerwartung! Irgendwo in unserer Welt wird, mit anderen Worten, ganz gewiss gerade ein neues Gedankenkind geboren, das die Düsternis der unfreien Gegenwart erhellt.

Weiter denken: 22.12.20

Die aufgrund des erlebten oder angerichteten Schreckens verständliche, politisch-gesellschaftliche Realitätsverdrängung der Jahre nach dem 2. Weltkrieg war in solchem Übermaß romantisierend ausgelegt, dass es den Schritt in den Kontrapunkt förmlich erzwang: ins Unwesen eines neuen Idealismus, für den der deutsche Boden in besonderem Maße fruchtbar war. Denn indem dieser Idealismus naturgemäß mit einem im 20. Jahrhundert regelrecht gewucherten Scheinbewusstsein aufgeladen war, jenem näselnden, intellektuellen Wach- und Kaltsein, musste etwas sehr Verlogenes und  Bedrohliches daraus erwachsen .

Wer damit die aktuelle Klima- und Gesundheitspolitik assoziiert und auch, was sonst die dominierenden Narrative betrifft, liegt so falsch nicht…

Weiter denken 16. Dezember 2020

Vereinzelt tauchen aus dem Malstrom der desaströsen Tendenzen Meldungen auf, die für den Moment aufatmen lassen. Man meint angesichts solcher Nachrichten oder hofft doch wenigstens, dass es zu entscheidenden Abmilderungen der extremen Entwicklungen in Richtung Unfreiheit kommen könne. Die Enttäuschung folgt meist auf dem Fuß. Denn der Malstrom der entmündigenden Prozesse ist so breit angelegt, dass er nicht mehr aufzuhalten ist und alles und jeden verschluckt: Vereinzelte Gegenwehr an erster Stelle, doch bald schon auch jene, die ihn nach Kräften befördern. Trost bietet letzteres nicht, immerhin liegt Genugtuung darin. Wichtiger ist es, zu erkennen, dass man nur am Rande des Malstroms dessen enormen Kräften standzuhalten vermag. Unmittelbar gegen ihn anzuschwimmen oder sich in ihm treiben zu lassen, führt in den Abgrund.

Gedanken: 9. Dezember 2020

Wer viel besitzt, sollte nicht allzu laut darüber nachdenken, wie wenig all der Besitz ihm zu wahrem Lebensglück verhilft, schon gar nicht, wenn ein Besitzloser vor ihm steht. Außerdem: Wenn alles, was man besitzen und genießen kann, nicht wirklich zu Glück verhilft, warum geben wir uns dann soviel Mühe, etwas zu erwerben? Merke: Nicht nur der ist weise, dem Askese zu ähnlichem Glück verhilft wie ein guter Bordeaux. Sondern auch der Besitzende ist weise, wenn es ihm um behagliche Seelenöffnung  zu tun ist.

Es gibt so etwas wie eine Transzendenz des Konsums. In ihr findet man den wahren Grund für die Sendbotenschaft der USA und des american way of life im 20. Jahrhundert. Das billige Gerede der Kanzlerin, wenn sie frierenden Kindern zu Kniebeugen rät und die Bürger generell als Hedonisten verunglimpft, zeugt nicht nur von enormer persönlicher Verbitterung, sondern auch von maximaler transzendentaler Entleertheit. Ihr Versuch, das Land in eine Welt der Verknappung und des Verzichts zu steuern, wird in einer Katastrophe enden. Dahinter steckt die abstinente Ideologie des protestantischen Pfarrhauses, verknüpft mit dialektischer Freudlosigkeit: bis zum Rand gefüllt mit endzeitlicher Gestimmtheit.

Gedanken: 2. Dezember 2020

Die gesamte Neuzeit hat sich überlebt, wir stehen vor ihren Trümmern. Auch ihre großen Kunstwerke und Gedanken haben sich überlebt. Die großen Geister seit der Renaissance erreichen uns noch, sind aber in vergangene Ferne gerückt. Aus der Epoche der Aufklärung ist alles, das wir lieben, erwachsen, doch hat auch der Trümmerhaufen, den wir jetzt beobachten, sich in ihr auftürmen können. Es braucht einen neuen zentralen Gedanken, einen neuen Idealismus, der dem Menschen seine ihm innewohnende Freiheit bewusst macht und es mittels feinster Rationalität nicht nur mit der verbildeten Vernunft des Menschen, sondern auch mit seinen religiösen Trieben aufnehmen kann!