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Lyrischer Totentanz – 05.04.2022

Halloween

 

Hinter zerschlissenen Gardinen

Tanzt selbstverliebt die alte Welt,

Die von der Gegenwart nichts hält.

Nun will sie neuen Zeiten dienen.

 

Die sollen strengstens sich entfalten,

Zerstören Heimat, Herz und Hirn,

Auf daß der alten Welt fiebernde Stirn

Sich kühlt, während fünf Schandgestalten

 

Die heikle Drecksarbeit bestreiten:

Hass, Häme, Herrschsucht, Hunger, Hohn

Heißen die fünf, die immer schon

Gemetzel in die Wege leiten.

 

Die alte Welt geht fein soupieren,

Solang noch Blut in Strömen fließt.

Erst wenn aus Gräbern Blüte sprießt,

Will sie die neue Zeit regieren.

 

Demütig lächelnd läßt sie wissen,

Wie sie für Wohlfahrt sorgen wird:

Sanft wie ein Lamm, hilfreich als Hirt!

Niemand soll das Geringste missen.

 

Noch mehr sei gnadenreich in Planung:

So winket Eintracht immerdar,

Heiliger Weltenfriede gar,

Gewalt bloß Abweichlern, zur Mahnung,

 

Daß sie das Heil der Welt nicht stören,

Noch die Gesundheit der Natur!

Was künftig wächst in Wald und Flur

Darf der Gemeinschaft nur gehören.

 

Und jenen, die sozial ergeben

Die Welt zur Harmonie geführt!

Solch planetarem Heldenmut gebührt

Das Eigentum an allem Leben…

 

copyright 2022 alexander hans gusovius

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