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Lyrik gegen Kleinmut – 8. März 2022

 

 

Kannibalen

 

Tief trifft der Atem kalter Seelen,

Lebendiges im scheuen Keim:

Sucht Seelenfunken sich zu stehlen,

Als Feuer für ein totes Heim.

Solch frostig kalter Atem zieht

Die ganze Welt heimtückisch leer.

 

Nicht ahnend, daß derlei geschieht,

Wärmt man die Diebe immer mehr,

Fühlt sich zum Gnadentum verpflichtet.

Doch hat der düstre Seelenraub

Bald alle Daseinslust vernichtet:

Was glänzt und strahlt, zerfällt zu Staub!

 

Daß sich die Menschen doch besinnen,

Um vor dem völligen Verderben,

Dem Raub zu widerstehn beginnen!

Die Welt muss sonst vor Kleinmut sterben:

Freiheit und Geist würden zerrinnen,

Die Seelenfresser alles erben.

 

© 2022 alexander hans gusovius

 

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