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Lyrische Erhellung 23.11.2021

 

 

Lange her

 

Den Freund, der heimlich von dir weicht,

Hast du vor Jahren schon verloren.

Was jetzt sein totes Herz beschleicht,

Ist nicht vor kurzem erst geboren.

 

Gräme dich nicht, gib gern ihn frei,

Damit sein Oh und Ach verhalle,

Auf dass sein stummes Wehgeschrei,

Nicht laut durch deine Seele schalle!

 

Ein Freund indes, der rüde dich belästigt,

Ist wahrhaft niemals Freund gewesen:

Seit jeher seelisch ungefestigt,

Will er sich so die Messe lesen.

 

Lug, Trug und Hass, die ihn begleiten,

In steter Niedertracht mit sich allein,

Hofft er dämonisch auf dich abzuleiten,

Um endlich stark wie du zu sein.

 

Verwandle solche Freunde rasch in Luft,

Die Schleicher wie auch die Dämonen.

In ihrem Pest-und-Schwefel-Duft,

Kannst du nicht bei dir selber wohnen.

 

 

© 2021 Alexander Hans Gusovius

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