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Poetischer Eintrag 28.09.2021

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Gerichtstag

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Zornig erbebend züngelt eine Seele,

Aus ihrem hingestreckten Leib empor,

Voll Angst, dass ihr der Körper fehle.

Weiteres Wandern steht ihr noch bevor,

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Wovor ihr graust. Zu oft hat sie im Leben

Nächste und Ferne hemmungslos gequält

Und sich, statt liebend nachzugeben,

An ihrem Leid beseligt und gestählt.

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Die Seele flucht das säumige Erschlaffen

Des Leibes, dem sie Ewigkeit befahl,

Der nun versagt, statt Raum zu schaffen,

Für noch mehr Blutgericht und Qual.

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Was da so nutzlos liegt und modert,

Zwingt ungerührt sie in die Höllenglut!

Dass böses Feuer sie umlodert,

Zu brechen ihren hohen Lebensmut!

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Aufheult und greint das nimmersatte Wesen,

Sobald es nur die Flammen züngeln sieht,

Schwört gar, es sei bereits genesen

Von aller Sünde – und verglüht.

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copyright 2021 alexander hans gusovius

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