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Poetischer Eintrag 14.9.2021

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    Wehe    

Der Todesengel breitet seine schwarzen Schwingen

Als Drohgestalt kaum in der Ferne aus:

Da hört man allseits Requiems klingen,

Sieht Schreiner teure Särge bringen,

Trägt erste Leichen aus dem Haus.

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Nichts weckt mehr Lust in treuen deutschen Herzen,

Als mit der Welt in Harmonie zu sein:

Falls nötig, akzeptiert man dafür Schmerzen,

Nickt ernst zu zukunftsdüstren Scherzen.

Ja, selbst zum Tod sagt man nicht nein.

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Solch Demut hilft, des inszenierten Unheilsboten

Perfide Pläne klaglos zu erfüllen:

Bald tanzt das ganze Land nach seinen Noten,

Es wächst ein Berg von Seelentoten,

Die sich in banges Schweigen hüllen.

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Schamlos scharwenzelnd künden hörige Propheten,

Dass sich in Angst gut leben lässt:

Doch auch der fügsamsten Kometen

Und selbstvergessensten Proleten

 Harrt ein sinistres Abschiedsfest,

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Darin das Ich und freies Menschsein untergehen.

Soziale Knechtschaft winkt nun allen,

Außer den Köpfen, die dahinter stehen:

Den Trägern weltbeglückender Ideen,

Die sich im Spiel mit schwarzer Milch gefallen.

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Dies macht euch klar, eh abends ihr aus Tassen,

Schwarzsaure Milch auf Zuspruch trinkt:

Ihr seid von Gott und Welt verlassen,

Wenn Weltbeglücker derart hassen,

Dass alles Heil darin versinkt.

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copyright 2021 Alexander

Published inAllgemein

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