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Monat: Juni 2021

Weiter denken – 16. Juni 2021

  • Langeweile: Geißel der Jugend… Depression: Bürde des Alters… Beides eine Folge unausgeschöpfter Potentiale.
  • Die Gefahr, sich in Liebesangelegenheiten zu verlieren, steigt mit ihrer Kontrolliertheit.
  • Es ist das Rätsel um Offenheit in der Liebe, das Liebende gefährdet.
  • Ungelebte Mysterien lösen dunkle Kräfte in uns aus.
  • Neue Dramaturgie – aus dem im Kern Gefühlten und Gedachten entwickelt sich keilförmig ein Endbild; alles dazwischen ist Aufbruch und Verwandlung.
  • Verschmelzungen bilden die Grundlage allen Seins – körperlich, geistig und seelisch.
  • Das 20. Jahrhundert plünderte die mühevoll erworbenen, geistigen Werte des 19. Jahrhunderts aus, um sich in Grausamkeiten, Intellektualismen und allerlei Vergnügen zu verlieren. Impulse für eine gedeihliche Zukunft gab es kaum. Das 21. Jahrhundert droht weit zurückzufallen.

Einsichten, Aussichten – 9. Juni 2021

  • Einsamkeit in der Kindheit ist notwendige Voraussetzung, um als Erwachsener nicht mit sich einsam zu sein.
  • Was tun, wenn einer weit zu schauen vermag, die Welt zu verstehen beginnt und sie kaum mehr erträgt: in dem er zu schwach ist, schon als Gott zu wirken, und zu stark, um nur Mensch zu sein? Ein Demiurg kann immerhin Stellhebel bedienen, muss sich den sehnsüchtigen Blick in die Ferne aber versagen – um des gesamten, göttlichen Plans willen.
  • Die hormonelle Liebesbegabung junger Menschen erschafft sich viele blonde Engel und schwarzgelockte Helden, jenseits der Realität. Wenn die wieder Einzug hält, sind die Engel faltig, die Helden ergraut – und aus jungen Menschen alte Menschen geworden. Viel Zeit bleibt also nicht für dynamischen Realismus!
  • Kafkas Amerika bleibt hinter den von ihm freigegebenen Texten weit zurück, weil es stilistisch nicht durchgearbeitet ist; was bei ihm mehr schmerzt als bei anderen Autoren. Die Handlung im wesentlichen eine Persiflage aufs 19. Jahrhundert, auf Goethe usw.: alles etwas unfertig, gewollt, noch nicht gelöst. Im weiteren Verlauf wird der Roman genauer, ohne weiterhin den Zenit kafkaesker Schreibkunst zu erreichen, besonders in der ausgreifenden Bewegung des Romangeschehens. Letzteres verhindert vor allem anderen die minutiösen, scharf konturierten, sezierenden Formulierungen, wodurch der Roman ziellos und leicht trivial wird, sich selbst kommentiert und beinahe pubertär anmutet, leider. Die ab und zu ansteigende sprachliche Dichte wird von szenischen Einfällen zunichte gemacht. Immer aber dazwischen ein fein gewirkter Satz, der zwar nicht versöhnt, doch entspannt.

Weiter denken – 2. Juni 2021

  1. Eine hässliche neue Welt quillt aus den frostigen Seelen der politischen „Elite“, ohne dass die totalitäre Lust, die sie antreibt, auch nur halbwegs gesehen würde. Die elitäre Eigenvereisung aufzutauen, ist das eigentliche Ziel hinter den übergriffigen Plänen. „Ich liebe euch doch alle“, lautet das hintergründig heiße Motiv, mit dem man den Seelenofen anwerfen will.
  2. In der Folge haben wir uns dem projektierten Klimastaat noch genussvoller zu unterwerfen als bereits dem Corona-Regime, und ekstatisch alles hinzunehmen, was eine immer enthemmtere Obrigkeit schwelgerisch dekretiert.
  3. Zweifelsfrei, ist dazu zu sagen, betreten wir gerade eine neue Welt: nur wird sie bereits mittelfristig völlig anders aussehen als gedacht. Da wir es aber mit geistigen Minoritäten à la Merkel, Scholz, Baerbock oder Söder zu tun haben, um nur die aufdringlichsten Eisblöcke zu nennen, ist dennoch äußerste Vorsicht geboten. Denn wie in allen Unbedeutenden waltet hier die grauschwarze Fantasie unbegabter Träumer, ihre schmuddelige Fürsorge gleicht der Umarmung hasserfüllter Triebtäter.
  4. Ihr Tun und Trachten gründet in einer Art kleinbürgerlichem Mentalorgasmus, flach und devot hingezittert wie alles, das den Kleinbürger erregt. Unersättlich wird, was irgend groß und besonders ist, im kollektiven Schlund zermahlen und widerwärtig stinkend verdaut.
  5. Anders formuliert, sind wir der pubertären Anmaßung kranker Seelen ausgesetzt. Obwohl weit unter Mittelmaß rangierend, sind ihre Emanationen gefährlich, sie führen ins totale Chaos.
  6. Die wahre neue Welt, bis zu deren Realisierung das aufziehende Großchaos schlicht zu überleben sein wird, ist ganz gegenteilig von ausgleichenden Energien und freiheitlicher Grundgestimmtheit getragen, von Wirkkräften also, die natürliche Wärme verbreiten. Möge das Maß an Zerstörung nicht uferlos sein, möge ein starker Rest von Individualität und Eigensinn bleiben.
  7. Bis dahin arbeiten wir an der Konzeption der neuen Wirkkräfte und an der Auswanderung im vorletzten Augenblick. Viel anderes wird nicht zu tun sein.