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Einfälle der Woche – 19. Mai 2021

  • Die allermeisten Besprechungen und Meetings erinnern an Szenen auf dem Hühnerhof: Gockeln, Gackern, großes Gehabe… Wenig Hirnsubstanz, staubiges Picken und Scharren – umso stolzeres Kopfaufwerfen beim kleinsten gefundenen Korn.
  • Der Schizophrene findet in seinen vorgestellten Welten jene Weite, die ihm in Wahrheit fehlt. Je enger sich der Kreis des Lebens um ihn zieht, je weniger er sich selbst noch wahrzunehmen vermag, desto näher kommt er dem schizoiden Ausbruch. Dann sucht er sich ein überdimensioniertes Bild außerhalb seiner selbst, auf das er sich beziehen, in dem er sich großgespiegelt fühlen kann: meist eines der überwölbenden Tätigkeit, der zu besiegenden Intrige, des prototypischen Menschen oder des bewegungsreichen Tiers. – Die Nähe zu nicht wenigen politischen Gestalten der Gegenwart ist augenfällig.
  • Den Arbeitskämpfen des 19. Jahrhunderts müssen dringend Arbeitgeberkämpfe folgen. Sonst ist das Recht auf Arbeit nichts mehr wert.
  • Man brauchte immer schon ein besonders feines Gehör, um die Töne der Zeit überhaupt zu erlauschen. Demnächst benötigt man es, um zu überleben.
  • Kunst ist nicht länger in kluger Gefühltheit zu erschaffen, das gelingt nur noch in gefühlter Klugheit.
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