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Aphorismen der Woche – 10. Mai 2021

  • Um zu erkennen, wohin die Dinge sich entwickeln, muss man jene Bewegungen erkennen, die sich aus ihren inneren Antrieben speisen. Denn sie offenbaren das Entwicklungsziel: im Endbereich noch diffus, als Etappenziel bereits sehr klar.
  • Das Theater der Gegenwart ist nicht dem Kino und nicht dem Fernsehen zum Opfer gefallen. Es hat sich selbst zerstört. Parallel zur gesamten Kunst, deren politischer Anspruch letztlich suizidär ist. – Wie stets endet der Gang zu den Fleischtöpfen für Geistiges mit zwar vollem Bauch, aber leerem Kopf.
  • Geschlossene Denksysteme der Philosophie, Religion, Psychologie sind eine Art Freifahrtschein für Neurotiker. Sie finden dort ihre Lebenslüge tief begründet. Für Politisches gilt dasselbe, hier entfalten solche Denksysteme verheerende Wirkung.
  • Unserer geschichtliche Gegenwart, die wie keine andere zuvor die Chance bietet, über Generationen hinweg ohne Krieg, Hunger und frei von anderen humanitären Katastrophen zu leben, wird wie keine Zeit zuvor moralisch diskreditiert; ihr wird zutiefst misstraut. Dadurch wird erkennbar, wie wenig Gewicht man wirtschaftlichem Glück beimisst, während man es in vollen Zügen auslebt. In der Maßlosigkeit der verächtlichen Kritik drückt sich zugleich eine fundamentale Sinnleere aus: der wirtschaftliche Fortschritt findet im Geistigen keine Entsprechung. Vermutlich entspricht die Derbheit der kritischen Standpunkte letztlich der Grobstruktur wirtschaftlichen Wohlergehens…
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