Zum Inhalt

Aphorismen der Woche – 4. Mai 2021

  • Zu krisenhaften Entwicklungen und Gewalt kommt es immer erst infolge etlicher Ungleichgewichte, gegen die nichts unternommen wurde. Die moralische Entrüstung ist dann billig, sie hätte vielfach vorher einsetzen dürfen. Unser Gegenwartsdeich bspw. hat gefährlich viele Löcher, die über lange Zeiträume hinweg gegraben wurden. Wenn er bricht, liegt es nicht allein an den Wühlern von heute.
  • Das Puppenhafte, Porzellanhafte der jungen Klima-Gesichter. Betriebsame Frische mit alten, müden Augen darin…
  • Geistiger Stillstand ist das Erstarren vor jenen weittragenden Konsequenzen, die man durch weiteres Schauen und Erkennen zu gewärtigen hat.
  • Das breitgestreute Erwachen des menschlichen Bewusstseins, christlich initiiert, doch erst ausgangs des Mittalalters vollzogen, wird überwiegend als Enttarnung, Desillusionierung, Demaskierung erlebt und verstanden. Man fühlt sich ausweglos überfordert und vermeint, jegliches sinnerfüllte, sinngeborgene Leben sei verloren. Genau daher rührt die stupende Destruktion als fortwährende Begleiterscheinung der so vieles positiv konstruierenden Neuzeit: ein unaufhörlicher Bildersturm, ein pubertäres Wüten wegen des Verlusts der kindlichen Naivität. Der Schritt ins vollgültige Bewusstsein steht mithin noch aus, was nicht zuletzt bedeutet, die negative Übermacht der bewussten Bilder zu bannen durch eine in die Tiefe gehende Schau ausgesuchter, seelisch wach empfundener Bilder.
Published inAllgemein

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: