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Weiter denken – 7. April 2021

Immer wieder entsteht gefühlter Anlass, etwas zu denken. Immer wieder gehe ich dem nach und entdecke hunderte dazu passende Gedanken, die ich mir tausende Male innerlich aus­spreche und gelegentlich notiere. So wer­den Ge­fühle zu Gedanken, Gedanken zu Sät­z­en – und erwächst aus einer Unmenge von Sätzen zuletzt ein einziger, den festzuhalten lohnt: wenn er aus der Masse der Nachbarsätze so vertraut herausragt, dass ich imstande bin, ihm Gestalt zu verleihen. Daraus erhellt, warum umso mehr Leben umso mehr unbändige Anar­chie zur Grundlage hat – und je mehr Form je mehr Versteinerung bedeutet: Form, in hunderten Schritten erarbeitet, löst sich im ersten Schritt schon vom anarchischen Willen, der über hunderte Wege das Ursprungsgefühl verfolgen hieß, immer nur nebenher Gestalt gebend, gerade so viel wie benötigt. In der Starre der idealen Endgestalt muss die Unbändigkeit des Ursprungs dennoch pulsierend enthalten und auch zu erfassen sein.

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