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Gedanken zu Ostern 2021

In Nietzsche begegnet uns eine klassische Christus-Wie­der­kehr. Sehr zeitgemäß berührt uns sein Ende im Wahnsinn, der die schmückende Dornenkrone im Kreuzigungstod vertritt, geknüpft an Visionen des Kommenden. Wie Christus sucht Nietzsche die Konsolidierung seiner Person im Spi­rituellen, geht faktisch unter und steigt symbolisch auf, das eigene Leben not­wendig opfernd, indem er es in Höheres einband.

Mit Nietzsche ist jedoch zeitgleich die weltantike Allegorie vom Opfertod in überpersönlicher Mystifikation beendet. Wo die Sehnsucht nach Gott nicht mehr fleischlich empfunden wird, sondern geistig inkarniert sein will, ist leiblicher Untergang sinnlos. Nietzsches Wahnsinn als geistiger Tod markiert insofern das Ende, aber auch einen Neubeginn; von nun an regiert der Wahnsinn! Darum auch walten Angst und Hybris, nicht Krieg und Kampf bei den Verwaltern der Zeit und in der verwalteten Gemeinschaft: in diesen Tagen aufs trivialste anzuschauen! Geistige Auslöschung ist nun das Ziel, nicht mehr die leibliche Vernichtung…

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