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Weihnachten 2020

Und da ist es wieder, das Weihnachtsfest! Im Vergleich mit zurückliegenden Festtagen spürt man noch deutlicher als an anderen Tagen, wie sich die Lebensumstände entscheidend verschoben haben; nicht allein für dieses Mal eben, sondern auf längere Sicht. Denn die einengenden Vorschriften riechen nach frohlockender Willkür, jenseits aller theoretischen Vernunft. Schlimmer noch: sie atmen die Lust, derb hinzulangen, den Einzelnen nicht zu achten, seine Wünsche herabzuwürdigen, ihm die Freiheit zu nehmen, indem man sie unter Verdacht stellt, in großen Zahlen zu schwelgen und im ganz großen Wurf zu baden.

Die wahnhaften und immer angespannter behaupteten Zusammenhänge, die das individuelle Leben unter gesellschaftlichen Vorbehalt stellen sollen, zeichnen ein Bild von menschlicher Gefährdung (Virus) und planetarer Verwüstung (Klima). Sie drohen unverhohlen mit dem Untergang, sie lösen wirkungsvoll Sterbensangst aus und suggerieren uns Rettung, ja Erlösung, sofern wir uns individuell unterordnen und kollektiv einfügen. Daran wirken viele kräftig mit, teils sind sie Verblendete, teils bloß Verängstigte, und verleihen den irrlichternden Zusammenhängen die gewünschte Durchschlagskraft. Viele wissen auch einfach nur um die Nachteile, die entstehen, wenn man dem Leviathan der verordneten Meinung nicht entspricht.

Und doch: seltsam kurzatmig kommt das alles daher, bemerkenswert dünnhäutig und gehetzt wirken die Propheten des Untergangs in Politik und Wissenschaft; sie ahnen wohl, wie leicht man ihnen auf die Schliche kommen kann. Und sie wissen, wie schwach ihre Konstrukte in Wahrheit sind, wieviel Taschenspielertricks sie aufgeboten haben. Eine ganze Epoche ist zudem über Versuchen hingegangen, entlang von Ideologien Unfreiheit zu schaffen, die Menschen sind davon etwas immuner geworden gegen Willkür und Anmaßung. Und so stellen die Propheten des Untergangs so etwas wie das letzte Aufgebot jener ideologischen Krieger dar und sind darum so schwach wie alle, die das Ende einer abgelebten Zeit repräsentieren. Kein Wunder sind sie nervös! Dem Zusammenbruch ihrer abgelebten Ideen beizuwohnen ist eines der interessantesten Motive der kommenden Jahre…

Jenes Abgelebte der alten Zeit und die daraus folgende Neugeburt von Gedanken und Werten lenkt die Gedanken zurück zum Weihnachtsfest! Feiern wir dieses Fest, das unter ähnlicher Himmelskonjunktion steht wie jener begründende Moment, doch in doppelter Rückbesinnung und doppelt froher Vorerwartung! Irgendwo in unserer Welt wird, mit anderen Worten, ganz gewiss gerade ein neues Gedankenkind geboren, das die Düsternis der unfreien Gegenwart erhellt.

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