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Monat: Dezember 2020

Weiter denken: 30.12.2020

Wir brauchen dringend eine Rückbesinnung auf göttlich-geistige Universalien, und zwar unter Einbeziehung der in den Menschen selbst verlagerten Wahrheit alles Göttlichen. Er bedarf, anders gesagt, einer transzendentalen Neubestimmung! Wobei wir das Göttliche, Übernatürliche in uns selbst dingfest machen müssen. Der Wildwuchs alles Materiellen, Technischen, der so gern propagiert wird, ohne wirklich stattzufinden, droht sonst geistige Wirklichkeit zu werden. Indem der tiefenreligiöse Impuls der westlichen Welt zu verlöschen beginnt, kann nur ein neuer, visionärer Schritt der bewussten Welterkenntnis und ihrer Zusammenhänge den Weg weisen.

Weihnachten 2020

Und da ist es wieder, das Weihnachtsfest! Im Vergleich mit zurückliegenden Festtagen spürt man noch deutlicher als an anderen Tagen, wie sich die Lebensumstände entscheidend verschoben haben; nicht allein für dieses Mal eben, sondern auf längere Sicht. Denn die einengenden Vorschriften riechen nach frohlockender Willkür, jenseits aller theoretischen Vernunft. Schlimmer noch: sie atmen die Lust, derb hinzulangen, den Einzelnen nicht zu achten, seine Wünsche herabzuwürdigen, ihm die Freiheit zu nehmen, indem man sie unter Verdacht stellt, in großen Zahlen zu schwelgen und im ganz großen Wurf zu baden.

Die wahnhaften und immer angespannter behaupteten Zusammenhänge, die das individuelle Leben unter gesellschaftlichen Vorbehalt stellen sollen, zeichnen ein Bild von menschlicher Gefährdung (Virus) und planetarer Verwüstung (Klima). Sie drohen unverhohlen mit dem Untergang, sie lösen wirkungsvoll Sterbensangst aus und suggerieren uns Rettung, ja Erlösung, sofern wir uns individuell unterordnen und kollektiv einfügen. Daran wirken viele kräftig mit, teils sind sie Verblendete, teils bloß Verängstigte, und verleihen den irrlichternden Zusammenhängen die gewünschte Durchschlagskraft. Viele wissen auch einfach nur um die Nachteile, die entstehen, wenn man dem Leviathan der verordneten Meinung nicht entspricht.

Und doch: seltsam kurzatmig kommt das alles daher, bemerkenswert dünnhäutig und gehetzt wirken die Propheten des Untergangs in Politik und Wissenschaft; sie ahnen wohl, wie leicht man ihnen auf die Schliche kommen kann. Und sie wissen, wie schwach ihre Konstrukte in Wahrheit sind, wieviel Taschenspielertricks sie aufgeboten haben. Eine ganze Epoche ist zudem über Versuchen hingegangen, entlang von Ideologien Unfreiheit zu schaffen, die Menschen sind davon etwas immuner geworden gegen Willkür und Anmaßung. Und so stellen die Propheten des Untergangs so etwas wie das letzte Aufgebot jener ideologischen Krieger dar und sind darum so schwach wie alle, die das Ende einer abgelebten Zeit repräsentieren. Kein Wunder sind sie nervös! Dem Zusammenbruch ihrer abgelebten Ideen beizuwohnen ist eines der interessantesten Motive der kommenden Jahre…

Jenes Abgelebte der alten Zeit und die daraus folgende Neugeburt von Gedanken und Werten lenkt die Gedanken zurück zum Weihnachtsfest! Feiern wir dieses Fest, das unter ähnlicher Himmelskonjunktion steht wie jener begründende Moment, doch in doppelter Rückbesinnung und doppelt froher Vorerwartung! Irgendwo in unserer Welt wird, mit anderen Worten, ganz gewiss gerade ein neues Gedankenkind geboren, das die Düsternis der unfreien Gegenwart erhellt.

Weiter denken: 22.12.20

Die aufgrund des erlebten oder angerichteten Schreckens verständliche, politisch-gesellschaftliche Realitätsverdrängung der Jahre nach dem 2. Weltkrieg war in solchem Übermaß romantisierend ausgelegt, dass es den Schritt in den Kontrapunkt förmlich erzwang: ins Unwesen eines neuen Idealismus, für den der deutsche Boden in besonderem Maße fruchtbar war. Denn indem dieser Idealismus naturgemäß mit einem im 20. Jahrhundert regelrecht gewucherten Scheinbewusstsein aufgeladen war, jenem näselnden, intellektuellen Wach- und Kaltsein, musste etwas sehr Verlogenes und  Bedrohliches daraus erwachsen .

Wer damit die aktuelle Klima- und Gesundheitspolitik assoziiert und auch, was sonst die dominierenden Narrative betrifft, liegt so falsch nicht…

Weiter denken 16. Dezember 2020

Vereinzelt tauchen aus dem Malstrom der desaströsen Tendenzen Meldungen auf, die für den Moment aufatmen lassen. Man meint angesichts solcher Nachrichten oder hofft doch wenigstens, dass es zu entscheidenden Abmilderungen der extremen Entwicklungen in Richtung Unfreiheit kommen könne. Die Enttäuschung folgt meist auf dem Fuß. Denn der Malstrom der entmündigenden Prozesse ist so breit angelegt, dass er nicht mehr aufzuhalten ist und alles und jeden verschluckt: Vereinzelte Gegenwehr an erster Stelle, doch bald schon auch jene, die ihn nach Kräften befördern. Trost bietet letzteres nicht, immerhin liegt Genugtuung darin. Wichtiger ist es, zu erkennen, dass man nur am Rande des Malstroms dessen enormen Kräften standzuhalten vermag. Unmittelbar gegen ihn anzuschwimmen oder sich in ihm treiben zu lassen, führt in den Abgrund.

Gedanken: 9. Dezember 2020

Wer viel besitzt, sollte nicht allzu laut darüber nachdenken, wie wenig all der Besitz ihm zu wahrem Lebensglück verhilft, schon gar nicht, wenn ein Besitzloser vor ihm steht. Außerdem: Wenn alles, was man besitzen und genießen kann, nicht wirklich zu Glück verhilft, warum geben wir uns dann soviel Mühe, etwas zu erwerben? Merke: Nicht nur der ist weise, dem Askese zu ähnlichem Glück verhilft wie ein guter Bordeaux. Sondern auch der Besitzende ist weise, wenn es ihm um behagliche Seelenöffnung  zu tun ist.

Es gibt so etwas wie eine Transzendenz des Konsums. In ihr findet man den wahren Grund für die Sendbotenschaft der USA und des american way of life im 20. Jahrhundert. Das billige Gerede der Kanzlerin, wenn sie frierenden Kindern zu Kniebeugen rät und die Bürger generell als Hedonisten verunglimpft, zeugt nicht nur von enormer persönlicher Verbitterung, sondern auch von maximaler transzendentaler Entleertheit. Ihr Versuch, das Land in eine Welt der Verknappung und des Verzichts zu steuern, wird in einer Katastrophe enden. Dahinter steckt die abstinente Ideologie des protestantischen Pfarrhauses, verknüpft mit dialektischer Freudlosigkeit: bis zum Rand gefüllt mit endzeitlicher Gestimmtheit.

Gedanken: 2. Dezember 2020

Die gesamte Neuzeit hat sich überlebt, wir stehen vor ihren Trümmern. Auch ihre großen Kunstwerke und Gedanken haben sich überlebt. Die großen Geister seit der Renaissance erreichen uns noch, sind aber in vergangene Ferne gerückt. Aus der Epoche der Aufklärung ist alles, das wir lieben, erwachsen, doch hat auch der Trümmerhaufen, den wir jetzt beobachten, sich in ihr auftürmen können. Es braucht einen neuen zentralen Gedanken, einen neuen Idealismus, der dem Menschen seine ihm innewohnende Freiheit bewusst macht und es mittels feinster Rationalität nicht nur mit der verbildeten Vernunft des Menschen, sondern auch mit seinen religiösen Trieben aufnehmen kann!