Zum Inhalt

Gedanke der Woche: 25. November 2020

Bis in unsere Tage schlugen die Künstler, Priester der Neuzeit, eine Brücke zwischen Fühlen und Denken. Was das Gefühl dem Ver­stand entgegensetzte und umgekehrt, das überwand das Kunst­werk – immer dann in die Welt tretend, wenn Wi­der­sprüche zerstörerisch wurden. Die Kunst war wie ein Lichtbogen, aus tiefster menschlicher Spannung gespeist, spie­lerisch die Welt erhellend. Inzwischen vermag kein Künstler mehr der Welt diesen Dienst zu erweisen. Gefühl und Ver­stand sind nun selber der Span­nungsbogen, aus dem der Mensch lebt und sich die Welt selbst erhellt. Es ist sein Bewusstsein, das den neuen Dienst versieht. Für die Kunst heißt das, dass sie dadurch ganz zu ihrem spielerischen Recht kommt und frei den Widerpart bildet zum metaphysischen Vertrauen, in dem das Bewusstsein gründet.

Published inAllgemein

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: