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Gedanke der Woche: 4. November 2020

Die Geschichte des jüdisch fundierten Christentums ist die Geschichte abendländischer Seelenreife. Die seelische Erweckung ist durch Christus figuriert, der mit 33 Jahren zur geistigen Selbstfindung nicht vordrang, die das Ende der seelischen Entwicklung des Menschen markiert – und dies auch nur um den Preis seiner magischen Bedeutung, seines Mysteriums hätte tun können. Denn der Opfertod zur Auflösung aller Sünde ist nur aus der Seele kommend, die Seele befreiend und sie zur Reife bringend denkbar. Aus der körperlichen Erweckung kommend, die im antiken Griechenland ihre Bühne fand, eroberte die abendländische Welt sich den seelischen Raum, was unbeschwer­te Körperlichkeit zur Voraussetzung hatte – ganz wie der zwischen 21 und 28 Jahren zur seelischen Reife sich hinfindende, hinring­ende Mensch da schon über seinen Körper frei verfügt, der sich zwischen 14 und 21 Jahren erst aus dem kindlichen Kokon herauszwängen musste. Die geistige Findung und Reifung eines Men­schen vollzieht sich dann zwischen 28 und 35 Jahren, so dass Christus, wie es ihm als Seelenerwecker und Visionär zukommt, schon den Blick ins Geistige richten konnte. Jeder Vollender trägt den Keim zur nächsten Vollendungsstufe in sich.

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