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Gedanke der Woche: 21. Oktober 2020

Monika Maron und der Fischer-Verleg

Kleider und Farbmoden, nicht anders als kulturelle und intellektuelle, sogar wissenschaftliche Trends, sind die entscheidenden seelischen Haltegriffe der Massenkultur. Das Erfahren trendiger Gemeinschaft dient zunächst der inneren Ausrichtung, bald auch der äußeren Selbstbegrenzung, denn aus kartografiertem Gemeinsinn erwächst Sicherheit und folgt jene Berechenbarkeit des Lebens, die den meisten Menschen mehr Orientierung und Wohlbehagen bietet als ihr diffuses Inneres. Zeitgenossen, die aus eigenem Antrieb schöpfen, Klarheit gewinnen und erzeugen und erkennbar gegen den Strom schwimmen, stellen folglich eine enorme Gefahr für die Gemeinschaft dar. Man beobachtet sie dementsprechend aufmerksam und hindert sie alsbald an ihrem freiheitlichen Tun. Dazu braucht es keine Systemwächter, das erledigen die hysterischen, nichtswürdigen Kulturträger des Massenbetriebs ganz von selbst.

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