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Gedanke der Woche: 8. September 2020

Kapitalismuskritik? Ihr Fehler liegt darin, dass sie das Transzendente allen Handelns nicht begreift bzw. keiner höheren Dialektik fähig ist. Indem also in ihr vorderhand die geistigen Stützpfeiler des bürgerlichen Zeitalters ausgeblendet werden, ergibt sich nachgerade eine höchst fragwürdige Bilanz, die rein im Tatsächlichen wurzelt und bar jeder Dynamik ist – aber imgrunde nur die niedere Dialektik jener Kritik widerspiegelt. Die Metaphysik des kapitalisierten  und kapitalisierenden Bürgertums, kurzgesagt des Handels, reicht jedoch weit darüber hinaus und transzendiert sich im nachbürgerlichen Zeitalter über den Konsum zur seelischen Wahrnehmung alles Materiellen. Das Trinken von Coca-Cola ist demnach ein proto-reli­giöser Akt, eingebettet in eine Liturgie des Bewusstwerdens.

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