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Das wöchentliche Gedicht – dreizehnte Sendung

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Am Grab der Eltern

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In Träumen lagernd lief ich hügelan

Zum Friedhof meiner Ahnung.

Des Vaters Stein

Wie lange tot

Entfernt und totenstumme Mahnung.

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Jan Steinmetz fügt der Mutter Namen

Gewiss hinzu.

Gehorchend Menschennot,

Genügt ein holzkreuzbeinern Amen.

Das betet krumm allein

Und mager in den Herbst hinein.

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Welches Leid liegt hier begraben

Wieviel Hoffnung, wieviel Scham

Wieviel Geist und Seelengaben

Liegt beerdigt und ich lebe

Wie ich kam –

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Und kehre um und laufe fort

Jeder Schritt noch wie im Traum bekannt.

Doch bald verläßt die Ahnung mich.

Dort fand

Die Gegenwart mir Sinn und Satz und Wort:

Ich wachte auf und stand.

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copyright 2020 Alexander Hans Gusovius
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