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Alexander Hans Gusovius Posts

Einsichten / Aussichten 13. Juli 2021

Die Impfpflicht kommt

Man hat seit ein paar Wochen das Gefühl, als trete das Corona-Gewese etwas auf der Stelle, als mache sich eine gewisse Ratlosigkeit seitens der staatlichen und halbstaatlichen Akteure breit. Die vermeintliche Inzidenz steckt beharrlich im Keller, die monumentalen Baerbock-Festspiele sind einer Posse um Geld, Geltung und Gänsegeschnatter gewichen, Laschet setzt sich langsam, aber sicher an die Spitze. Nichts rechtes ist mehr los im Land, der alte Trott scheint zurückzukehren, die selige Bundesrepublik wirkt noch nicht ganz erstorben. Selbst das EM-Aus der deutschen Kicker gestaltete sich seltsam unkonturiert.

Vielleicht hat man sich an die geschwätzige Planlosigkeit à la Löw, an die redselige Unlogik Marke Spahn sowie an die barocke Merkel’sche Infamie bzw. an jenen gefährlichen Cocktail aus verlorenem Weltrang, hohlem Geschwätz und intriganter Maßnahmen einfach nur gewöhnt und missdeutet den sommerlichen Unmoment insofern als Zeichen der Erlahmung. Nichts könnte falscher sein: In den kommenden Wochen bereits werden wir eine enorme Beschleunigung in Richtung Unfreiheit und Bevormundung erleben. Es ist nicht die Zeit nach der Wahl, auf die wir hofften oder die wir fürchten zu müssen glaubten, es ist die Zeit vor der Wahl, die wir als Ende unserer Hoffnungen zu fürchten haben.

Denn die erwartete Simulation von Ungezwungenheit um den herbstlichen Wahlgang herum ist in den Sommer vorverlegt worden. Der Griff an die Gurgel der Freiheit kommt nun schnell und entschieden, und im Zentrum der regierungsamtlichen Herbstoffensive steht die Impfpflicht, was man geflissentlich dementiert. Bis es soweit ist, dass man die weiter geleugnete Zwangsimpfung organisatorisch bewältigen und polizeilich exerzieren kann, verlegt man sich auf zusätzliche Entrechtung und Herabwürdigung derjenigen, die beim staatlichen Laborexperiment einer breitgefächerten Impfung mit ungenügend erprobten Stoffen nicht mittun mögen. Das mediale Getrommel setzt bereits ein, die Delta-Flagge flattert lustig im Wind, Frankreich ist auserkoren, den ersten Schritt zu machen.

Ächtung um jeden Preis, lautet die Devise, auf dass die furchtsame Mehrheit die Minderheit erdrücke. Der Gedanke dahinter ist, dass der künftige Wahlsieger, besonders im Fall von Laschet, fertige Verhältnisse vorfinden soll, die ihm keinen Ermessensspielraum lassen. Die totale Impfung wird gebraucht, um den digitalen Impfpass flächendeckend zu etablieren, der wiederum gebraucht wird, um den digitalen Klimastaat vorzubereiten und die marktwirtschaftliche Ordnung durch totale staatliche Kontrolle zu ersetzen. Um nichts weniger geht es bei dem ganzen weltverbessernden Zirkus, und daran soll so schnell wie möglich niemand mehr etwas ändern können. Uns bleibt das zweifelhafte Vergnügen, als Statisten an der beschleunigten Auslöschung unserer Freiheit mitzuwirken.

Scheitern wird das Ansinnen dennoch, wie alle gigantomanischen Pläne. Am Horizont flackern schon bedrohliche Störfeuer. Sei es, dass China den Dritten Weltkrieg riskiert oder Zündler wie Erdogan, Putin oder die Mullahs das globale Pulverfass in die Luft jagen, sei es, durchaus in Kombination damit, dass wir stracks in die Mutter aller Börsencrashs marschieren. Doch selbst ohne solche Abgründe zu betreten, werden die Verluste erheblich sein; weltweites, unermessliches Leid kommt Corona-gesteuert sowieso auf uns zu. Die pandorischen, von sich selbst berauschten Weltverbesserer kümmert das alles nicht.

Einsichten / Aussichten 7. Juli 2021

Karl Jaspers, Philosoph (1883-1969), wies jegliche transzendentale Einsicht des Menschen zurück und empfahl ihm, rein durch sein Menschsein der für ihn abstrakten Gottheit zu dienen. Bereits das Verkünden Gottes sei ein Herrscherakt.

Hier schimmert bereits das antiautoritäre, grün-totalitäre Ethos unserer Tage durch, hier finden die Moralkeulen der Gegenwart  wie Klima, Gendern, BLM usw. ihre Begründung. Indem man den Menschen auf seine biologischen Eckdaten festlegt und gar nicht so nebenbei die vom transzendentalen Fortschritt lebenden Mysterien zerstört, gelingt in der Folge kein transzendentaler Fortschritt mehr.

Es ist eine Götterdämmerung der besonderen Art, die da versucht wird: keine Befreiung von der Herrschaft der Mysterien bzw. ihrer Repräsentanten, sondern das gerade Gegenteil. Die egalitäre Knebelung der Individuen wird von einer neuen Fürstenkaste betrieben, deren Geschäft die lustvolle Unterdrückung des freien menschlichen Geistes und die diabolische Einkerkerung der menschlichen Natur ist.

Und so richtet sich  die Zerstörung auf religiösem Terrain ausschließlich gegen jüdisch-christliche Kontexte und Motive, weil in ihnen der Mensch metaphorisch auf sein Vollbewusstsein und damit auf jene Götterdämmerung vorbereitet wird, die zur eigentlichen Freiheit des Menschen führt. Die desavouierende Rede vom alten weißen Mann geht in Wahrheit gegen die christlich-jüdische Gottheit, in der diese Freiheit wie nirgends sonst inkarniert ist.

Einsichten / Aussichten 30. Juni 2021

  • In den archaischen Götterkulten opferte man Wertvolles, um ein gestörtes mystisches Gleichgewicht wiederherzustellen, etwa nach Missernten, Seuchen, Unwetter. Im Monotheismus ist Gott das große Gleichgewicht selbst, in dem alles geborgen liegt. Es kann nur noch durch Gebetsrituale oder Gottgefälligkeit auf den Menschen Anwendung finden. Anders gesagt: Wenn der Mensch die Welt als elementar bedrohlich erfährt, stellt er durch Opfer die Ordnung gefühlt wieder her. In einer Welt allgemeiner Gefügtheit richtet die Versenkung in Gott die Ordnung wieder ein. – Der Rückfall ins Archaische, weit hinter den Monotheismus zurück, ist im Corona- und Klimawahn unübersehbar. Freiheit und Wohlstand seien zu opfern, um in grünsozialistische Harmonien zu gelangen.
  • Quantenphysikalisch nachgedacht: Leben ist photonische Spiegelung der Materie in sich selbst, ist materielle Selbstdurchdringung, in der das Wesen der Materie zu ihrer Eigenschaft wird. Materie wäre demnach eine Art photonischer Selbstreflexion – und das Objekthafte der Materie würde im lebenden Körper zu einer grundsätzlichen Ausnahmesituation.
  • Das Prinzip der geistigen Zunahme und ansteigenden Dichte: Wenn im Verlauf der individuellen, singulären Sättigung ein bestimmter Grad von Anreicherung eintritt, entsteht Schwerwiegendes und gerinnt geistige Substanz zu unverrückbarer Tatsache.

Einsichten / Aussichten 23. Juni 2021

  • Tiere, die bei einem künstlichen Geräusch erschrecken, indem sie glauben, es sei natürlichen Ursprungs, werden einen Rest von Furchtsamkeit behalten, auch wenn sie die Quelle des Geräuschs entdecken. Zurecht, denn das faktische Aufscheinen eines Grundes zum Fürchten spricht stets für die Nähe realer Gefahr. – Entlang dieses Schemas funktioniert alle Naturphilosophie, jede Mystik und die chinesische Lehre von Nähe und Ferne.
  • Was sich in diesen Tagen, Wochen und Monaten vorbereitet, ist ein weiterer geistig-seelischer Lawinenabgang der historischen Gegenwart, mündend auch in schwere leibliche Versehrtheit. Bis es soweit ist, schweben täglich sanfte, scheinbar unschuldige, hohle Flöckchen hernieder und reichern das bedrohlich schwere Schneebrett bis zur kritischen Masse an.
  • Schwab, Gates, Zuckerberg u.a. sind zu Geld und Macht gekommene Kretins, deren geistiges Potential auf dem Niveau von aufgeweckten Kastanien liegt. Mit stupendem Fleiß und enormer Impertinenz haben sie sich ein adultes Imperium ersessen, dessen Glanz sie inzwischen sogar über sich selber täuscht. Wieviel Selbsterniedrigung und Devotion nötig war, um ihre blinden Schaufensterscheiben glitzern zu lassen, mag man sich gar nicht vorstellen. Mit unfassbarer Akribie und Perfidie machen sie selbst und die Hohlköpfe ihres Hofstaats sich nun daran, ihr malignes Mittelmaß  in strukturelle Tatsachen zu überführen. Kann das gelingen? Ganz gewiss! Es wird nur keine strukturelle Belastbarkeit daraus folgen. Wie jeder Spiegel kleinbürgerlicher Eitelkeit wird der Global-Reset-Plan zerspringen, sobald er in die gelebte Realität entlassen ist. Leider um den Preis auch der vitalen Gefährdung jener wenigen kostbaren Charaktere und exzellenten Geister, die sich dem sinistren Treiben verwehren. Das war noch jedesmal so und wird auch diesmal nicht anders sein.

Weiter denken – 16. Juni 2021

  • Langeweile: Geißel der Jugend… Depression: Bürde des Alters… Beides eine Folge unausgeschöpfter Potentiale.
  • Die Gefahr, sich in Liebesangelegenheiten zu verlieren, steigt mit ihrer Kontrolliertheit.
  • Es ist das Rätsel um Offenheit in der Liebe, das Liebende gefährdet.
  • Ungelebte Mysterien lösen dunkle Kräfte in uns aus.
  • Neue Dramaturgie – aus dem im Kern Gefühlten und Gedachten entwickelt sich keilförmig ein Endbild; alles dazwischen ist Aufbruch und Verwandlung.
  • Verschmelzungen bilden die Grundlage allen Seins – körperlich, geistig und seelisch.
  • Das 20. Jahrhundert plünderte die mühevoll erworbenen, geistigen Werte des 19. Jahrhunderts aus, um sich in Grausamkeiten, Intellektualismen und allerlei Vergnügen zu verlieren. Impulse für eine gedeihliche Zukunft gab es kaum. Das 21. Jahrhundert droht weit zurückzufallen.

Einsichten, Aussichten – 9. Juni 2021

  • Einsamkeit in der Kindheit ist notwendige Voraussetzung, um als Erwachsener nicht mit sich einsam zu sein.
  • Was tun, wenn einer weit zu schauen vermag, die Welt zu verstehen beginnt und sie kaum mehr erträgt: in dem er zu schwach ist, schon als Gott zu wirken, und zu stark, um nur Mensch zu sein? Ein Demiurg kann immerhin Stellhebel bedienen, muss sich den sehnsüchtigen Blick in die Ferne aber versagen – um des gesamten, göttlichen Plans willen.
  • Die hormonelle Liebesbegabung junger Menschen erschafft sich viele blonde Engel und schwarzgelockte Helden, jenseits der Realität. Wenn die wieder Einzug hält, sind die Engel faltig, die Helden ergraut – und aus jungen Menschen alte Menschen geworden. Viel Zeit bleibt also nicht für dynamischen Realismus!
  • Kafkas Amerika bleibt hinter den von ihm freigegebenen Texten weit zurück, weil es stilistisch nicht durchgearbeitet ist; was bei ihm mehr schmerzt als bei anderen Autoren. Die Handlung im wesentlichen eine Persiflage aufs 19. Jahrhundert, auf Goethe usw.: alles etwas unfertig, gewollt, noch nicht gelöst. Im weiteren Verlauf wird der Roman genauer, ohne weiterhin den Zenit kafkaesker Schreibkunst zu erreichen, besonders in der ausgreifenden Bewegung des Romangeschehens. Letzteres verhindert vor allem anderen die minutiösen, scharf konturierten, sezierenden Formulierungen, wodurch der Roman ziellos und leicht trivial wird, sich selbst kommentiert und beinahe pubertär anmutet, leider. Die ab und zu ansteigende sprachliche Dichte wird von szenischen Einfällen zunichte gemacht. Immer aber dazwischen ein fein gewirkter Satz, der zwar nicht versöhnt, doch entspannt.

Weiter denken – 2. Juni 2021

  1. Eine hässliche neue Welt quillt aus den frostigen Seelen der politischen „Elite“, ohne dass die totalitäre Lust, die sie antreibt, auch nur halbwegs gesehen würde. Die elitäre Eigenvereisung aufzutauen, ist das eigentliche Ziel hinter den übergriffigen Plänen. „Ich liebe euch doch alle“, lautet das hintergründig heiße Motiv, mit dem man den Seelenofen anwerfen will.
  2. In der Folge haben wir uns dem projektierten Klimastaat noch genussvoller zu unterwerfen als bereits dem Corona-Regime, und ekstatisch alles hinzunehmen, was eine immer enthemmtere Obrigkeit schwelgerisch dekretiert.
  3. Zweifelsfrei, ist dazu zu sagen, betreten wir gerade eine neue Welt: nur wird sie bereits mittelfristig völlig anders aussehen als gedacht. Da wir es aber mit geistigen Minoritäten à la Merkel, Scholz, Baerbock oder Söder zu tun haben, um nur die aufdringlichsten Eisblöcke zu nennen, ist dennoch äußerste Vorsicht geboten. Denn wie in allen Unbedeutenden waltet hier die grauschwarze Fantasie unbegabter Träumer, ihre schmuddelige Fürsorge gleicht der Umarmung hasserfüllter Triebtäter.
  4. Ihr Tun und Trachten gründet in einer Art kleinbürgerlichem Mentalorgasmus, flach und devot hingezittert wie alles, das den Kleinbürger erregt. Unersättlich wird, was irgend groß und besonders ist, im kollektiven Schlund zermahlen und widerwärtig stinkend verdaut.
  5. Anders formuliert, sind wir der pubertären Anmaßung kranker Seelen ausgesetzt. Obwohl weit unter Mittelmaß rangierend, sind ihre Emanationen gefährlich, sie führen ins totale Chaos.
  6. Die wahre neue Welt, bis zu deren Realisierung das aufziehende Großchaos schlicht zu überleben sein wird, ist ganz gegenteilig von ausgleichenden Energien und freiheitlicher Grundgestimmtheit getragen, von Wirkkräften also, die natürliche Wärme verbreiten. Möge das Maß an Zerstörung nicht uferlos sein, möge ein starker Rest von Individualität und Eigensinn bleiben.
  7. Bis dahin arbeiten wir an der Konzeption der neuen Wirkkräfte und an der Auswanderung im vorletzten Augenblick. Viel anderes wird nicht zu tun sein.

 

Weiter denken – 26. Mai 2021

Frauen kommen stets auf den Punkt! Männer nur selten, sie neigen zu langweiliger Länge. Die Mehrzahl der vielen virtuellen Geschlechter überlegt noch, wer sie genau sind oder wie sie sein wollen. Bis dahin gilt:

Frauen kreisen bevorzugt um ihre innere Mitte, die seelische Konzentration erzeugt Bilder, Mythen, Legenden. Männer dagegen empfinden sich auf eine Gerade gestellt, die lineare Wahrnehmung tendiert zu Rechtecken, Fakten, Beweisen. Ihr monokausales Denken tut sich schwer, der weiblichen Assoziationsgenauigkeit gedanklich zu folgen, etwa im Folgenden:

Die Welt befindet sich in einem austarierten Gleichgewicht, zu jedem Zeitpunkt, weshalb aufeinander aufbauende Zeitpunkte in historischer Reihung eine Illusion sind. Alles ist in allem geborgen, jede Entwicklung jederzeit denkbar, Zukunft und Vergangenheit sind eins. Nur die ganz großen Phasen in Gestalt von Seelenräumen folgen aufeinander. Verliert da eine an wirkmächtiger Kraft, tritt eine andere an deren Stelle und speist sich geistig aus ihr. Insofern ist jeder Situation und Konstellation abzulesen, was aus ihr folgt, vorausgesetzt, man schaut die großen Zusammenhänge, in die sie eingebettet sind. Das Wissen darum ist die Grundlage jeder Religion und transzendentalen Philosophie.


Einfälle der Woche – 19. Mai 2021

  • Die allermeisten Besprechungen und Meetings erinnern an Szenen auf dem Hühnerhof: Gockeln, Gackern, großes Gehabe… Wenig Hirnsubstanz, staubiges Picken und Scharren – umso stolzeres Kopfaufwerfen beim kleinsten gefundenen Korn.
  • Der Schizophrene findet in seinen vorgestellten Welten jene Weite, die ihm in Wahrheit fehlt. Je enger sich der Kreis des Lebens um ihn zieht, je weniger er sich selbst noch wahrzunehmen vermag, desto näher kommt er dem schizoiden Ausbruch. Dann sucht er sich ein überdimensioniertes Bild außerhalb seiner selbst, auf das er sich beziehen, in dem er sich großgespiegelt fühlen kann: meist eines der überwölbenden Tätigkeit, der zu besiegenden Intrige, des prototypischen Menschen oder des bewegungsreichen Tiers. – Die Nähe zu nicht wenigen politischen Gestalten der Gegenwart ist augenfällig.
  • Den Arbeitskämpfen des 19. Jahrhunderts müssen dringend Arbeitgeberkämpfe folgen. Sonst ist das Recht auf Arbeit nichts mehr wert.
  • Man brauchte immer schon ein besonders feines Gehör, um die Töne der Zeit überhaupt zu erlauschen. Demnächst benötigt man es, um zu überleben.
  • Kunst ist nicht länger in kluger Gefühltheit zu erschaffen, das gelingt nur noch in gefühlter Klugheit.