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Alexander Hans Gusovius Posts

Lyrische Erhellung 23.11.2021

 

 

Lange her

 

Den Freund, der heimlich von dir weicht,

Hast du vor Jahren schon verloren.

Was jetzt sein totes Herz beschleicht,

Ist nicht vor kurzem erst geboren.

 

Gräme dich nicht, gib gern ihn frei,

Damit sein Oh und Ach verhalle,

Auf dass sein stummes Wehgeschrei,

Nicht laut durch deine Seele schalle!

 

Ein Freund indes, der rüde dich belästigt,

Ist wahrhaft niemals Freund gewesen:

Seit jeher seelisch ungefestigt,

Will er sich so die Messe lesen.

 

Lug, Trug und Hass, die ihn begleiten,

In steter Niedertracht mit sich allein,

Hofft er dämonisch auf dich abzuleiten,

Um endlich stark wie du zu sein.

 

Verwandle solche Freunde rasch in Luft,

Die Schleicher wie auch die Dämonen.

In ihrem Pest-und-Schwefel-Duft,

Kannst du nicht bei dir selber wohnen.

 

 

© 2021 Alexander Hans Gusovius

Lyrische Erholung 16.11.2021

 

Anderzeit

 

Das Geläute der Meute hallt durch den Wald.

Die Beute: sechs weißer Hindinnen Fell.

Elf Jäger folgen der Hunde Gebell.

 

Sieben zu häuten ist ihr Begehr. Da ruft

Der jüngste der Jäger voll Freuden:

„Weiße Hirschkuh voraus“! Und hebt sein Gewehr.

 

Die weiße Gestalt aber flieht der Gewalt.

Auf ihrer schwankend flüchtenden Kruppe

Krallt sich ins Vlies eine kindliche Puppe.

 

Da findet die Hindin im Fels einen Spalt.

Legt nieder das Kind zwischen welkendes Laub,

Im Moder zu finden bergenden Halt,

 

Und springt auf und davon. Doch schon knallt

Ein Gewehrschuss im Wald, der sie streckt.

In großen Strömen das Blut aus ihr leckt.

 

„Ho, ho, Horrido“, ruft der jüngste der Jäger,

Seines Schusses gewiss aufs weißblonde Vlies.

Doch als er sich nähert, wird sein Schritt immer träger:

 

Eine weißblonde Holde verblutet im Hain!

Und mit ersterbender Stimme sagt sie noch dies:

„Rette das Kind, sein Vater du bist…“

 

Der Jungjäger nickt, er weiß, wer sie ist,

Und findet sein Kind im Spalt hilflos liegen.

Nicht länger kann er die Tränen besiegen.

 

Er nimmt das Kind hoch, eine weißblonde Maid.

Sie herzend und drückend und weinend er spricht:

„Ich nahm dir die Mutter und muss dafür büßen!

 

Wie bitter wirst du mein Leben versüßen,

Ich sah, wie Hermines Augenlicht bricht.

Die mir alles gegeben, ich erkannte sie nicht!“

 

 

© 2021 Alexander Hans Gusovius

Einsichten / Aussichten 2.11.2021

  • Das Falsche zu tun, muss kein Fehler sein, denn alles Falsche trägt den Keim zum Wahren in sich. Das gilt sogar für die vielen groben Fehler, die politisch gegenwärtig gemacht werden. Moralisch gesprochen sieht die Sache anders aus.
  • Steine fallen, weil sie es wollen. Gravitation ist eine kollektive Willensleistung der Materie. Daher rührt auch die Faszination für Aufmärsche, für sozialistische Weltentwürfe, für „gemütliches Beisammensein“, für alle menschlichen Zusammenhänge, in denen das Individuum in der Masse aufgeht – und dabei Lust empfindet.
  • Das Bewusstsein verliert sein hochproduktives Potential, wenn es von Unehrlichkeit durchzogen ist. Das gilt für die Gesellschaft ganz ebenso.
  • Ein neuer Menschentypus dämmert herauf, der sein Bewusstsein als weiteres Sinnesorgan nutzt und nicht mehr als Spiegel und Spielfläche seiner Instinkte missversteht – und schwächt. Die weltweiten kollektivistischen Umtriebe sind dazu da, diese freiheitliche Entwicklung zu verhindern. Klimaangst und Coronapanik dienen ihrer Knebelung.

 

© 2021 alexander hans gusovius

 

Poetischer Eintrag 26.10.2021

 

 

Moritat vom Michel

 

 

Es sehnt sich der treudoofe Michel

Schon wieder nach Hammer und Sichel?

Ein wenig wohl auch nach der Swastyka…

Doch ächtet solch Retro die Antifa!

 

Der geht er beseelt auf den Leim,

Salutiert rotem statt braunem Schleim.

Etwas modischer exaltiert sich sein Weib,

Trägt schwarz auf dem bleichen Leib!

 

Beider Glück gründet reinweg darin,

Im Tritt zu marschieren, gleichgültig wohin,

Und in den hohlsten Schablonen zu denken!

Bloß niemals die Schritte selber lenken!

 

Ja, so steht‘s um Micheline und Michel,

Um ihre Sehnsucht nach Hammer und Sichel,

Die ihnen so druckvoll aus allen Poren schwitzt,

Dass dazu noch Resthirn aus den Ohren spritzt.

 

Und ihr wahres Los unter Sichel und Hammer?

Den großen Versprechen folgt stets großer Jammer…

Die Sichel am Hals, den Hammer am Kopf:

So lebt man und stirbt man als treudeutscher Tropf!

 

 

Copyright 2021 alexander hans gusovius

Poetischer Eintrag 19.10.20121

 

 

Hey

 

Du leidest unter mehr als einem Paradox?

Dunkelheit ist bspw. für dich Licht?

So wie das Klima arg bedrohlich ist?

Weil du für Mitmenschen gefährlich bist?

Kratzt es dich von

Alldem täglich schon

Im Hals?

Lass alle Hoffnung fahren, kleiner Wicht:

Woran du siechst

Bezeichnet man als:

Ragnarök praecox!

 

 

copyright 2021 alexander hans gusovius

Poetischer Eintrag 12.10.2021

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Umkehr

Elende: Hochmütig euch eures Elends zu brüsten,

Ist saumseliger Hohn, für uns Wohltat zugleich.

All so ihr ehrlos-wahre Gesichter schneidet,

Zu infamen Lügen schmal lächelnd,

Niemals um Inhalte besorgt,

Nicht um Substanz,

Noch um Seele,

Noch Sinn,

Nur um

Euch:

Blüht uns

Davon Hoffnung

In Fülle, wird Schweres

Leichter, winkt bei Gefahr

Reicher Gewinn, strahlen wir

In eurer Finsternis heller denn je,

Kometengleich den Nachthimmel befahrend.

Ja wir, die wir ewiges Licht in uns tragen, das ihr fürchtet

Von früh bis spät, von spät bis früh! Peinvolle Sühne harrt eurer bald…

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copyright 2021 Alexander Hans Gusovius

Einsichten / Aussichten 5.10.2021

Meldung des Focus dieser Tage: „Durch die Kollision von zwei Lichtteilchen entstand Materie – ganz ohne weitere Schritte!“

Die Meldung hat Sensationscharakter, wird aber sicher weitgehend achselzuckend zur halben Kenntnis genommen. Dabei markiert sie eine echte Zeitenwende und nichts weniger als den Sieg des Idealismus über den Materialismus. Egal was Kommunisten, National-Sozialisten, Öko-Sozialisten, Gesundheits-Stalinisten, Klima-Faschisten usw. denken und behaupten. Ihre Zeit ist vorüber, ihre Agitation ein letztes Aufbäumen. Anders formuliert und für alle Zeiten festgestellt: Am Anfang war das Wort. Geist formt Materie. Gott lebt, nicht als gütiger Vater oder in ähnlichen Maskeraden, sondern als Licht. Und das Licht leuchtet in der Finsternis. Und wieder wird die Finsternis alles dafür tun, dass man es nicht sieht. Was aber nicht gelingen wird. Die Transzendenz des Faktischen ist nicht aufzuhalten…

Poetischer Eintrag 28.09.2021

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Gerichtstag

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 .

Zornig erbebend züngelt eine Seele,

Aus ihrem hingestreckten Leib empor,

Voll Angst, dass ihr der Körper fehle.

Weiteres Wandern steht ihr noch bevor,

 .

Wovor ihr graust. Zu oft hat sie im Leben

Nächste und Ferne hemmungslos gequält

Und sich, statt liebend nachzugeben,

An ihrem Leid beseligt und gestählt.

 .

Die Seele flucht das säumige Erschlaffen

Des Leibes, dem sie Ewigkeit befahl,

Der nun versagt, statt Raum zu schaffen,

Für noch mehr Blutgericht und Qual.

 .

Was da so nutzlos liegt und modert,

Zwingt ungerührt sie in die Höllenglut!

Dass böses Feuer sie umlodert,

Zu brechen ihren hohen Lebensmut!

 .

Aufheult und greint das nimmersatte Wesen,

Sobald es nur die Flammen züngeln sieht,

Schwört gar, es sei bereits genesen

Von aller Sünde – und verglüht.

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copyright 2021 alexander hans gusovius

Einsichten / Aussichten 21.09.21

  • Ideen und Gedanken können sich wie Gefühle auch stumm übermitteln. Sie agieren dann weniger bildhaft und ihre substantielle Kraft wirkt zunächst nur am Rand. Sie rücken erst dann ins Zentrum vor, wenn die Krise da ist.
  • Die Kinder des Bürgertums gehen bis zum heutigen Tag aus kleinmütigem Überlebenswillen im kleinbürgerlichen Massenbetrieb auf, in dem sie keinen Platz fänden, würden sie nicht dienstbar. Mit substantiellen Ursprüngen füttern sie den seelenlosen Moloch und liefern sich ans Messer, anstatt ihr bürgerliches Erbe zu neuen Höhen zu führen – der persönliche Verlust von Ehre, Geist und Haltung führt nebenbei zu einer gesellschaftlich verheerend negativen Gesamtbilanz.
  • Mit dem akademischen Grad nehmen meist auch Verschlagenheit und Dreistigkeit zu.