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Vita

Lebenslauf

Mein Vater war Berliner, ostpreußischen Ursprungs, meine Mutter Sächsin, aus mittelaltem Adel (von Helldorff) stammend und nach dem 2. Weltkrieg per Flucht in den Westen gelangt. Ohne den Krieg wäre es wohl nicht zu meiner Zeugung gekommen; andernfalls hätte die sonst wohlhabende Baronesse den zwar studierten, aber weitgehend mittellosen Fortbeamten niemals heiraten können… In Nordhessen geboren und im Umfeld von Wiesbaden aufgewachsen, habe ich eigentliche Heimat nicht kennengelernt, auch nicht im osthessischen Hünfeld, wo ich das Gymnasium besuchte. Mein wirkliches Leben begann erst in Freiburg im Breisgau, wo ich, wie später in Berlin, Germanistik, Romanistik und Philosophie studierte.

Nach ein paar Jahren wurde mir, nach anfänglicher Begeisterung für Sprachwissenschaft und Literatur, die Wissenschaft zu eng – die Mischung aus blöder Gesinnung, dürren Gedanken, Phantasiearmut und Dünkel, die bis heute die Geisteswissenschaften, Theater, Literatur und imgrunde die gesamte Gesellschaft dominiert, schlug mir auf den Magen. Was danach begann, war ein langer, beschwerlicher Weg als Schriftsteller: Jahre des Findens meiner Stoffe, meiner Sprache, meiner Ideenwelt. Zwanzig Jahre lang habe ich in Berlin-Steglitz darüber zugebracht, meist entlang des Existenzminimums.

Seither hat sich vieles geändert: einige Bücher publiziert, verheiratet mit der Schauspielerin Suzan Azimi, die nach unserer Hochzeit im Jahr 2003 den Namen Amir-Gusovius angenommen hat, etliche Artikel geschrieben für DIE WeLT, MAXIM, Schweizer Monat und NOVOargumente. Und im Jahr 2004 von Berlin nach Bonn und 2010 in den Kraichgau gezogen, wo ich seit 2008 für den Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim als Chronist tätig bin und in Kooperation mit 42medien den Hoffenheimblog betreibe. In der Kurpfalz neue Heimat zu finden, im innovativen Umfeld eines zukunftsorientierten Fußballvereins tätig zu werden, war keine kleine Überraschung. Aber so ähnlich wird es wohl meinem größten literarischen Vorbild, Johann Wolfgang von Goethe, auch gegangen sein, als er am liberalen Weimarer Hof den entscheidenden Rückhalt für seine literarische Sendung fand.