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23. Mai 2016

Mich irritieren die meisten dieser Debatten über den Islam. Nicht wegen der sinnlosen Frage, ob er zu Deutschland gehört oder nicht. Sondern wegen der verqueren Selbstverständlichkeit, mit der religiöse Umstände wieder zum Taktgeber unseres Daseins werden. Haben wir uns nicht eben erst, also vor einem gesellschaftshistorischen Wimpernschlag, vom Ballast religiöser Ergebenheit befreit? Wollen wir wirklich eine Welt wiederaufleben lassen, in der es von besonderer Bedeutung ist, ob und was irgendwer glaubt, dessen Denken ans Ende kommt?

Man muss sich einmal klarmachen, dass die Implikationen jeglicher Religion unweigerlich zur Einlieferung in die Psychiatrie führen, sobald man sie ohne allen religiösen Zierrat bei einem Arztbesuch vorträgt. Ganze Bücher, von Gott geschrieben oder diktiert, sind als ernsthafter Glaubensinhalt jedenfalls nicht sehr weit weg von Stimmen in der Wand. Wer gläubig sein will, ist es trotzdem. Man kann auch nichts verbieten, das diesem oder jenem so durch den Kopf geht. Aber man sollte derlei für sich behalten.

Der Islam gehört daher ganz klar nicht zu Deutschland, sondern zu denjenigen, die an ihn glauben. Das gilt auch für jede andere Religion. Keine darf beanspruchen, mehr als eine Art privater Lebensausgestaltung zu sein.

Veröffentlicht inGedanken

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